WHO-Ziele - Umsetzung in Thüringen
Stand der Realisierung des erweiterten Impfprogramms der WHO für die Europäische Region in Thüringen
Für die meisten impfpräventablen Erkrankungen sind die WHO-Ziele in Thüringen seit Jahren erfüllt:
- die letzten drei Erkrankungen an Kinderlähmung sind 1962 aufgetreten,
- letzter Fall einer Röteln-Embryopathie 1996,
- seit 1998 werden die WHO-Vorgaben von < 1 Erkrankung/ 100.000 Ew. bei Masern, Mumps und Röteln erreicht,
- der letzte Masern-Todesfall wurde 1980 gemeldet.
Die erreichten Durchimpfungsraten bei der MMR-Impfung im Kindes- und Jugendalter gewährleisten einen guten Kollektivschutz.
Probleme gibt es in Thüringen noch bei Keuchhusten (Inzidenzen 2001 bis 2007 noch zwischen 1,3 und 25,8 Erkrankungen/100.000 Ew.). Trotz gestiegener Durchimpfungsraten im Kindes- und Jugendalter kam es ab 2005 zu einer deutlichen Zunahme der Keuchhusten-Erkrankungen. Dies spricht für einen nicht ausreichenden Langzeitschutz der azellulären Pertussisimpfstoffe.
Auch kann das WHO-Ziel, die Hbs-Ag-Carrier (Träger des Hepatitis B-Virus) um 80 % zu senken in Thüringen derzeit noch nicht erfüllt werden. Seit 2003 bleibt die Anzahl der Virusträger auf gleichbleibendem Niveau bzw. stieg an. Bei Jugendlichen wird die notwendige Durchimpfungsrate von 90 % noch nicht erreicht, sie beträgt zurzeit nur 56 %.
