Gesetzliche Grundlagen zu Schutzimpfungen im Infektionsschutzgesetz sowie in weiteren Verordnungen, Gesetze und fachliche Grundlagen
Die im Infektionsschutzgesetz (IfSG) vom 20. Juli 2000 (BGBI. I S. 2407), zuletzt geändert durch Verordnung vom 11. Mai 2007, festgelegten Kriterien zu Schutzimpfungen sind in Thüringen umgesetzt.
Dies betrifft:
Öffentlich empfohlene Schutzimpfungen des Landes Thüringen Impfempfehlung durch die oberste Landesgesundheitsbehörde gem. § 20 Abs.3 IfSG, veröffentlicht im Thüringer Staatsanzeiger Nr. 44/2009, Seite 1737, regelt auch den Anspruch auf Versorgung nach einem Impfschaden
Folgende Impfungen sind in Thüringen öffentlich empfohlen:
1. Cholera
2. Diphtherie
3. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
4. Gelbfieber
5. Haemophilus influenzae b (Hib)
6. Virushepatitis A
7. Virushepatitis B
8. Humane Papillomaviren
9. Influenza (Virusgrippe)
10. Masern
11. Meningokokken-Infektionen
12. Mumps
13. Pertussis (Keuchhusten)
14. Pneumokokken
15. Poliomyelitis (Kinderlähmung)
16. Rotavieren
17. Röteln
18. Tetanus (Wundstarrkrampf)
19. Tollwut
20. Typhus
21. Varizellen (Windpocken)
- andere Maßnahmen der spezifische Prophylaxe
• Angebot unentgeltlicher Schutzimpfungen und anderer Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe gemäß § 20 Abs. 5 IfSG durch die Gesundheitsämter,
für das öffentliche Impfangebot und die anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe werden jährlich Gelder aus Landesmitteln gemäß § 69 Abs. 1 Punkt 5 IfSG bereitgestellt
• Aufklärung der Bevölkerung über die Bedeutung von Schutzimpfungen und andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe durch die Landesgesundheitsbehörden und Gesundheitsämter gemäß §§ 1 Abs. 2, 3, 20 Abs. 1 und 3 und 34 Abs. 10 IfSG
• Erfassung der Verdachtsmeldungen einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung gemäß § 6 Abs. 1 Punkt 3 IfSG
• Erfassung der Durchimpfungsraten zum Zeitpunkt der Einschulung gemäß § 34 Abs. 11 IfSG in Thüringen zusätzlich auch für Kinder im Vorschulalter, in der 3./4. und 8./9. Klasse, umgesetzt über das
- Kindertageseinrichtungsgesetz (KitaG) vom 25.06.1991, § 15 Abs. 3, zul. geänd. am 21.12.2000,
- Thüringer Schulgesetz vom 06.08.1993, § 55, i. d. F. d. Neubekanntmachung vom 30.04.2003
- Verordnung über die Schulgesundheitspflege vom 26.09.2002, § 4 Abs. 3
• Zusätzliche Meldung impfpräventabler Erkrankungen gemäß § 15 Abs. 1 und 3 IfSG, umgesetzt über
- die Thüringer Infektionskrankheitenmeldeverordnung vom 15. Februar 2003 und
- der Anpassung der Meldepflicht für Infektionskrankheiten vom 08.März 2005. Es betrifft die Erkrankungen an Mumps, Pertussis, Röteln, Tetanus und Varizellen sowie die Erregernachweise von Bordetella pertussis, Mumpsvirus, Rötelnvirus und Varizella-Zooster-Virus.
• Regelung der Kostentragung für Schutzimpfungen durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gemäß § 20 Abs. 4 IfSG, Anspruch auf Leistungen für Schutzimpfungen im Sinne des § 2 Nr. 9 IfSG, auf der Grundlage der Empfehlungen der STIKO
- Sozialgesetzbuch (SGB) V §§ 20 d und 132 e im Zusammenhang mit dem GKV- Wettbewerbsverstärkungsgesetz vom 01.04.2007
• Regelung des Anspruchs der Versicherten auf Leistungen für Schutzimpfungen gemäß § 92, Abs. Satz 2 Nr. 15; SGB V
- Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses über eine Richtlinie über Schutzimpfungen nach § 20 d, Abs.1 SGB V (Schutzimpfungsrichtlinie/SiR) vom 21. Juni / 18. Oktober 2007, Bekanntmachung [1835 A] des BMG
• Gewährleistung der Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation von Schutzimpfungen durch den ÖGD sowie der Impfberatung
- Verordnung über den Öffentlichen Gesundheitsdienst und die Aufgaben der Gesundheitsämter in den Landkreisen und kreisfreien Städten vom 8. August 1990, § 1, Abs. 1 Nr. 5
Fachliche Grundlagen
• Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI), Stand Juli 2007
Epidemiologisches Bulletin des RKI 30/2007 vom 27.07.2007, Seite 267 – 288
• jeweilige aktuelle Fachinformationen der Impfstoffhersteller
